Magento kann fast alles, verlangt dafür aber Server, Updates und ein Entwicklerteam, das sich auskennt. Shopify nimmt dir genau das ab. Der Wechsel lohnt sich, wenn ein großer Teil deines Budgets in Betrieb und Wartung fließt statt in Wachstum. Bleib bei Magento, wenn dein Geschäft auf sehr eigener Logik aufbaut, die du selbst kontrollieren musst.
Magento und Shopify im Vergleich
| Magento | Shopify | |
|---|---|---|
| Hosting | Selbst organisieren und bezahlen | Im Preis enthalten |
| Updates und Sicherheit | Eigene Aufgabe, regelmäßig | Macht Shopify |
| Anpassbarkeit | Nahezu unbegrenzt | Hoch, über Theme, Apps und Funktionen |
| Checkout | Frei programmierbar | Standardisiert, bei Plus erweiterbar |
| Entwicklerbedarf | Hoch, spezialisierte Entwickler | Gering bis mittel |
| B2B | Stark, mit vielen Erweiterungen | Grundfunktionen auf allen Plänen, voll mit Plus |
| Laufende Kosten | Schwer planbar | Monatlicher Plan plus Apps |
Der Unterschied in einem Satz: Bei Magento besitzt du die Maschine. Bei Shopify mietest du sie, gewartet.
5 Zeichen, dass der Wechsel sich lohnt
- Updates werden verschoben. Weil jedes Update etwas kaputt machen könnte, läuft der Shop auf einer alten Version. Das ist ein Sicherheitsrisiko.
- Nur ein Entwickler kennt das System. Fällt er aus oder geht, steht der Shop.
- Hosting und Wartung fressen das Budget. Geld, das in Marketing oder neue Produkte fließen könnte, hält nur den Betrieb am Laufen.
- Kleine Änderungen dauern Wochen. Ein neues Banner, eine neue Landingpage: Bei Shopify macht dein Team das selbst im Theme-Editor.
- Du nutzt nur einen Bruchteil der Möglichkeiten. Magento wurde für komplexe Fälle gebaut. Wer einen normalen B2C-Shop betreibt, zahlt für Komplexität, die er nicht braucht.
Trifft mehr als die Hälfte zu, rechne den Wechsel einmal durch.
Wann Magento die bessere Wahl bleibt
Wir raten nicht jedem zum Wechsel. Magento bleibt stärker, wenn:
- dein Checkout Dinge können muss, die auch Shopify Plus nicht abbildet, etwa sehr spezielle Preis- oder Steuerlogik
- dein Shop tief in eigene Systeme verwoben ist, die direkt in der Datenbank arbeiten
- du ein starkes eigenes Entwicklerteam hast, das Magento gut beherrscht und bezahlbar ist
- du aus rechtlichen Gründen selbst bestimmen musst, wo deine Daten liegen
In diesen Fällen ist ein gut gepflegtes Magento oft die richtige Wahl. Wichtig ist nur: gut gepflegt.
Was beim Umzug besonders ist
Grundsätzlich läuft ein Magento-Umzug wie jeder andere: Daten übertragen, Weiterleitungen setzen, testen, umschalten. Drei Punkte machen ihn aufwendiger:
- Konfigurierbare Produkte. Magento erlaubt mehr Optionen pro Produkt als Shopify. Große Varianten-Matrizen werden auf mehrere Produkte oder Metafelder verteilt.
- Mehrere Store-Views. Sprachen und Länder in einem Magento laufen bei Shopify über Markets und Übersetzungen. Das ist meist einfacher, braucht aber eine saubere Zuordnung.
- Eigene Erweiterungen. Jede Magento-Erweiterung wird geprüft: eingebaut bei Shopify, ersetzt durch eine App oder neu gebaut als Modul.
Genaueres zu Ablauf, Weiterleitungen und Kundenkonten steht in unserem Umzugs-Leitfaden.
Häufige Fragen
Ich bin noch auf Magento 1. Wie dringend ist das? Sehr. Magento 1 bekommt seit Mitte 2020 keine offiziellen Sicherheitsupdates mehr. Jeder Monat darauf ist ein Risiko für deine Kundendaten.
Ist Shopify für große Kataloge geeignet? Ja. Shops mit zehntausenden Artikeln laufen problemlos. Wir haben selbst Kataloge mit 10.000 Artikeln umgezogen.
Brauche ich nach dem Wechsel Shopify Plus? Nicht automatisch. Das hängt an B2B-Preisen, Checkout-Wünschen und Umsatz. Mehr dazu in unserem Artikel über Plus.
Wie lange dauert der Umzug? Magento-Shops sind oft größer und individueller als andere. Rechne mit sechs bis zwölf Wochen. Den genauen Rahmen nennen wir nach dem Erstgespräch.