Ratgeber · Umsatz & CRO · 2 Min.

Warenkorb verlassen ist nicht Checkout verlassen: Warum wir zwei Flows bauen

Pascal Hippmann · aktualisiert Oktober 2026
Kurz gesagt

In vielen Angeboten steht ein Punkt „Warenkorbabbruch-Mail“. Dahinter stecken aber zwei verschiedene Situationen: Jemand hat etwas in den Warenkorb gelegt und ist gegangen. Oder jemand hat schon den Checkout begonnen, Adresse eingetippt, und dann abgebrochen. Bei einem Fashion-Relaunch haben wir die beiden Flows bewusst getrennt gebaut, weil sie unterschiedliche Menschen erreichen.

Der Unterschied

Warenkorb verlassen: Der Kunde ist interessiert, aber noch nicht entschieden. Er vergleicht vielleicht, oder er wurde abgelenkt. Erreichen kannst du ihn nur, wenn du ihn kennst, also wenn er eingeloggt ist oder sich schon einmal über deinen Newsletter identifiziert hat.

Checkout verlassen: Der Kunde wollte kaufen. Er hat seine E-Mail eingegeben und ist kurz vor dem Ziel ausgestiegen, oft wegen Versandkosten, fehlender Zahlungsart oder einer Unterbrechung. Er ist sehr viel näher am Kauf.

Wie wir die zwei Flows aufbauen

Warenkorb verlassen Checkout verlassen
Wen es erreicht Bekannte Besucher, die etwas in den Warenkorb gelegt haben Jeden, der im Checkout seine E-Mail eingegeben hat
Haltung Inspirieren, erinnern Helfen, Hürden abbauen
Erste Mail Das Produkt, passende Alternativen, Bewertungen Der konkrete Warenkorb, Versand, Rückgabe, Zahlungsarten
Timing Etwas später, ohne Druck Schneller, solange die Absicht frisch ist
Rabatt Eher nicht Wenn überhaupt, erst in einer späteren Mail
Abbruch des Flows Sobald der Kunde den Checkout beginnt, übernimmt der zweite Flow Sobald der Kunde kauft

Der letzte Punkt ist entscheidend: Die Flows dürfen sich nicht überschneiden. Sonst bekommt jemand, der fast gekauft hätte, zwei Mails mit unterschiedlicher Botschaft zur selben Zeit.

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Was du daraus mitnimmst

  • Automationen sollten Verhalten abbilden, nicht nur Mails zeitversetzt verschicken. Wer wie weit gekommen ist, bestimmt die Botschaft.
  • Prüfe, was du heute hast. Viele Shops haben nur die Standard-Mail für abgebrochene Checkouts. Die Warenkorb-Situation läuft komplett ohne Nachfassen.
  • Regel die Übergabe zwischen den Flows. Ein Kunde darf immer nur in einem Flow sein.
  • Werbe-Mails brauchen eine Einwilligung. Beide Flows zählen in Deutschland als Werbung. Sie gehen nur an Kunden, die zugestimmt haben.

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