Ratgeber · B2B · 3 Min.

Shopify mit ERP verbinden: Optionen und Fallstricke

Pascal Hippmann · aktualisiert Oktober 2026
Kurz gesagt

Ab einer gewissen Größe führt das ERP, und der Shop folgt: Produkte, Preise und Bestände kommen aus dem ERP, Bestellungen und Kunden gehen zurück. Es gibt drei Wege, das zu verbinden: einen fertigen Connector, eine Middleware oder eine eigene Schnittstelle. Der richtige Weg hängt weniger an der Technik als an einer Frage: Welches System ist für welche Daten der Chef?

Was zwischen Shop und ERP fließt

Daten Richtung Wie oft
Produkte und Stammdaten ERP → Shopify Bei Änderung
Preise und Händlerkonditionen ERP → Shopify Täglich oder bei Änderung
Bestände ERP → Shopify Alle paar Minuten
Bestellungen Shopify → ERP Sofort
Kunden und Firmen Shopify → ERP, bei B2B oft beide Richtungen Bei Neuanlage
Versandstatus und Tracking ERP → Shopify Bei Versand
Rechnungen ERP → Kunde Bei Versand

Die wichtigste Regel: Für jede Datenart gibt es genau ein führendes System. Wer Preise mal im ERP und mal in Shopify ändert, hat nach einer Woche zwei Wahrheiten.

Drei Wege der Anbindung

Fertiger Connector Middleware Eigene Schnittstelle
Was es ist Plugin oder App vom ERP-Anbieter oder Dritten Eine Plattform zwischen beiden Systemen Individuell programmiert
Aufwand Gering Mittel Hoch
Flexibilität Was der Connector kann Hoch, über Regeln und Mappings Unbegrenzt
Laufende Kosten Lizenz Lizenz plus Betreuung Wartung bei jeder Shopify- oder ERP-Änderung
Passt für Verbreitete ERPs mit Standardprozessen Mehrere Systeme, komplexe Regeln Sehr spezielle Prozesse

Viele im deutschsprachigen Raum verbreitete Warenwirtschaften bringen schon eine Shopify-Anbindung mit oder es gibt einen etablierten Connector. Prüfe das zuerst. Eine eigene Schnittstelle ist der letzte Weg, nicht der erste.

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5 Fallstricke

  1. Varianten passen nicht zusammen. Im ERP ist jede Größe ein eigener Artikel, in Shopify eine Variante. Ohne saubere Zuordnung über Artikelnummern entstehen Dubletten.
  2. Bestände hinken hinterher. Wird nur einmal am Tag abgeglichen, verkauft der Shop, was längst weg ist. Bei schnell drehender Ware braucht es Minuten, nicht Stunden.
  3. Steuern und Rabatte rechnen anders. Shopify und ERP runden unterschiedlich oder verbuchen Rabatte anders. Das fällt erst in der Buchhaltung auf.
  4. Fehler bleiben unbemerkt. Eine Bestellung kommt nicht im ERP an, und niemand merkt es. Jede Anbindung braucht eine Fehlermeldung an einen Menschen.
  5. Schnittstellen-Limits. Shopify begrenzt, wie viele Anfragen pro Sekunde kommen dürfen. Wer zehntausende Preise auf einmal schickt, braucht eine Anbindung, die das berücksichtigt.

Häufige Fragen

Ab wann lohnt sich eine ERP-Anbindung? Wenn Bestellungen von Hand ins ERP übertragen werden und das mehr als eine Stunde am Tag kostet. Oder wenn Bestände regelmäßig nicht stimmen.

Brauche ich dafür Shopify Plus? Nicht zwingend. Plus hat höhere Schnittstellen-Limits, was bei sehr großen Katalogen hilft. Viele Anbindungen laufen auch auf den anderen Plänen.

Wie lange dauert eine Anbindung? Mit fertigem Connector oft wenige Wochen, mit Middleware oder eigener Schnittstelle länger. Den größten Teil der Zeit kostet nicht die Technik, sondern das Klären der Datenregeln.

Habt ihr das schon gemacht? Ja, zum Beispiel bei Taiga: 10.000 Artikel aus WooCommerce umgezogen und das ERP angebunden.

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