„Der Shop ist zu 80 % fertig, wir brauchen nur noch jemanden, der ihn abschließt.“ Diesen Satz hören wir oft. Manchmal stimmt er. Oft steckt hinter den fehlenden 20 % aber genau das, was einen Shop verkaufen lässt: mobile Darstellung, Produktseiten, Kaufprozess, Abo. Bevor wir einen Preis nennen, prüfen wir, was wirklich da ist.
Der Fall
Eine Marke kam mit einem begonnenen Shopify-Shop zu uns. Produkte waren angelegt, ein Theme gewählt, die Grundstruktur stand. Was fehlte: saubere Typografie, passende Bildausschnitte, ein funktionierendes Layout auf dem Handy, das Abo und eine klare Kundenführung. Gewünscht war ein Preis für die „Fertigstellung“.
Warum „80 % fertig“ nichts sagt
Der Fertigstellungsgrad ist ein Gefühl, keine Messgröße. Die sichtbaren Teile, Produkte und Seiten, sind schnell angelegt. Die aufwendigen Teile sind oft die, die man auf den ersten Blick nicht sieht:
- Mobile Darstellung. Am Laptop sieht alles gut aus, auf dem Handy bricht das Layout.
- Eigener Code von vorher. Anpassungen eines früheren Entwicklers müssen erst verstanden werden, bevor man darauf aufbaut.
- Die Kundenführung. Oft wurde das Layout vom alten Shop übernommen, inklusive seiner Schwächen.
- Kaufprozess und Abo. Funktionen, die mit Apps, Zahlungen und Versand zusammenspielen müssen.
Wie wir prüfen
- Zugang und Bestandsaufnahme. Was ist da, was ist brauchbar, was ist Altlast?
- Die Treiber klären. Wie sauber sind die Produktdaten? Gibt es eigenen Code? Welche Abo-Lösung? Gibt es ein Briefing und Vorbilder?
- Weiterbauen oder neu aufsetzen? Manchmal ist ein Wechsel des Themes günstiger als immer neue Korrekturen an einem, das nicht passt.
- Erst dann ein Festpreis. Auf Basis des echten Zustands, nicht des gefühlten.
In diesem Fall lautete unsere Empfehlung: die Struktur neu aufsetzen und die vorhandenen Produktdaten übernehmen, statt Fehler nur kosmetisch zu korrigieren.
Was du daraus mitnimmst
- Rechne mit dem Ist-Zustand, nicht mit dem gefühlten Fortschritt. Lass den Shop prüfen, bevor du ein Budget festlegst.
- Gute Produktdaten sind fast immer wiederverwendbar. Das Theme und eigener Code oft nicht.
- Weiterflicken ist nicht automatisch billiger. Viele kleine Korrekturen an einem schwachen Fundament kosten am Ende mehr als ein sauberer Neustart.
- Sammle, was du hast. Briefing, Vorbilder, Zugänge, Hinweise des früheren Entwicklers. Je mehr da ist, desto genauer der Preis.
Hast du einen begonnenen Shop, der nicht fertig wird? Wir schauen ihn uns an und sagen dir ehrlich, ob Weiterbauen oder Neuaufsetzen der bessere Weg ist.